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Royals



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Abacus Spiele
Abacus Spiele


Autor

Peter Hawes


Bild



Sonstiges:

Das Spiel Royals aus dem Hause Abacus versetzt die Spieler in das Europa des 17. Jahrhunderts und wie der Spieletitel schon vermuten lässt, spielen die Adelshäuser dieser Zeit eine wichtige Rolle. Die Mitspieler vertreten die Interessen eines dieser Adelshäuser und versuchen über drei Epochen lang die Mitglieder ihrer Familie in möglichst viele einflussreiche Positionen der europäischen Staaten unterzubringen. Diese wichtigen Ämter und die daraus resultierende Macht wird einem der Adelshäuser am Ende eine Vormachtstellung in Europa verschaffen. Britannien, Deutschland, Frankreich und Spanien, die Nationen um die sich alles dreht, sind auf dem Spielplan farblich hervorgehoben und zusammen mit den Städten, in denen die begehrten Ämter zu vergeben sind, zu sehen.

Motor des Spiels sind Länderkarten, von denen in Abhängigkeit der Mitspielerzahl jeweils eine bestimmte Anzahl pro Land im Spiel sind und jedes Mal wenn ein Spieler an die Reihe kommt, muss er zunächst Karten ziehen. Entweder drei Länderkarten oder nur eine Länder- dafür aber auch eine Intrigenkarte. Letztere sind zwar erst später im Spiel interessant, dann aber umso mehr, denn mit ihnen - ihre Bezeichnung als Intrigenkarten legt diese Vermutung schon nahe - kann man Mitglieder anderer Familien aus ihren Ämtern und Positionen verdrängen um diese selbst zu besetzen. Die begrenzte Anzahl an verfügbaren Ämtern macht das Intrigieren unumgänglich wenn man erfolgreich sein will.

Da jeder Spieler am Ende seines Spielzuges maximal 12 Karten auf der Hand behalten darf, werden eher früher als später Karten ausgespielt und freie Positionen in den jeweiligen Ländern besetzt. Diese Aktionsmöglichkeit ist freiwillig muss aber wegen des Handkartenlimits oft früher als einem lieb ist genutzt werden. Die Anzahl an Länderkarten, die für ein Amt aufzuwenden sind, ist auf dem Spielplan links neben dem dazugehörigen Portrait zu sehen und selbstverständlich müssen die Länderkarten zum Land passen, in dem ein Amt besetzt werden soll. Die Zahl rechts neben dem Portrait stellen die Einflusspunkte dar, die mit diesem Amt verbunden sind. Je höher ein bekleidetes Amt ist, desto mehr Einfluss hat man im jeweiligen Land und das ist natürlich das angestrebte Ziel.

Gibt man die geforderte Anzahl an Karten ab, belegt man dieses Amt mit einem Würfel der eigenen Farbe und erhält, sollte man der erste sein der in einer Stadt eines der Ämter für sich beansprucht, einen Stadtbonus. Einen zweiten Würfel darf der neue Amtsinhaber auf das Titelplättchen ablegen, das dem Portrait des Amtes entspricht. Für jedes vorhandene Amt gibt es ein solches Titelplättchen und wer bei Spielende einen Titel öfter inne hatte als seine Konkurrenten, der bekommt die auf dem Plättchen angegebenen Punkte, wobei diese umso höher ausfallen, je einflussreicher ein Amt ist.

Für einige Ämter sind recht viele Länderkarten erforderlich und da diese Karten immer zufällig gezogen werden und das Handkartenlimit nicht allzu viele Karten erlaubt ist es nicht immer einfach die für die höheren Ämter passenden Karten zu bekommen. Die Jokerregel, die es erlaubt drei beliebige Karten als Ersatz für eine andere abzugeben, ist daher gern gesehen und oft genutzt.

Auf diese Weise werden nach und nach immer mehr Ämter vergeben und spätestens wenn eine Epochenwertung naht wächst der Bedarf an Intrigenkarten. Mit einer Intrigenkarte in der passenden Länderfarbe oder zwei beliebigen dieser Karten kann man einen Konkurrenten aus einem Amt entfernen, sofern man anschließend die benötigten Karten abgeben kann, um selbst dieses Amt zu bekleiden. Das Amt des Königs genießt dabei allerdings eine besondere Stellung, um einen König aus seinem Amt zu entfernen benötigt es zwei passenden Intrigenkarten.

Interessant können Intrigen auch dann sein, wenn man sich einen Landbonus sichern will. Dieser wird einem dann gewährt wird, wenn man in jeder Stadt eines Landes ein Amt bekleidet bzw. bekleidet hat. Dieser Bonus wird nur den beiden schnellsten gewährt und ist natürlich umso größer, je früher man die Voraussetzung erfüllt.

Die Farbwürfel der aus einem Amt enthobenen Spieler werden allerdings nicht vom Spielplan entfernt sondern auf dem zum Amt gehörigen Stadtfeld platziert. Sie zählen nach wie vor für die Vergabe eines evtl. noch vorhandenen Landbonus mit. Auch der Farbwürfel auf dem Titelplättchen verbleibt an Ort und Stelle, denn bei der Vergabe der Titelplättchen-Punkte zählen auch Ämter, die man einmal innehatte.

Noch zu erwähnen ist der Adelshausbonus. Die ersten Spieler die es schaffen alle Ämter einmal ausgeübt zu haben, also auf allen Titelplättchen mit Farbwürfeln vertreten zu sein, erhalten einen satten Punktebonus, wobei derjenige dem dies zuerst gelingt natürlich einen deutlich höheren Bonus erhält.

Sobald am Ende eines Spielerzuges die offene Auslage von drei Länderkarten nicht mehr ergänzt werden kann, endet die laufende Epoche mit einer Wertung. Im Rahmen dieser Wertung ermitteln die Spieler ihre aktuellen Einflusswerte durch ihre Ämter in jedem Land und erhalten je nach ihrer Platzierung Punkteplättchen. Anschließend werden die Länderkarten neu gemischt und die nächste Epoche kann beginnen.

Nach der Wertung in der 3. Epoche endet das Spiel mit der abschließenden Titelwertung und der Gewinner steht fest.

Royals ist ein Kartensammel und -einsetzspiel mit regulierendem Handkartenlimit. Es gilt aus relativ wenigen Karten das Optimum herauszuholen und das macht das Spiel schnell. Dazu trägt auch bei, dass etliche Bonuspunkte zu bekommen sind, die nur vom Schnellsten eingeheimst werden können. Wer zuerst kommt malt zuerst ist das Motto, wobei man selbst nur bedingt darauf Einfluss nehmen kann, wann man die gewünschte Aktion durchführen, das angestrebte Amt beanspruchen kann. Drei Länderkarten liegen zwar offen, doch kann man die nicht gebrauchen muss vom verdeckten Stapel gezogen werden und da hängt es ausschließlich vom Zufall ab, ob man eine passende Karte bekommt oder nicht. Die Jokerregel hier zwar ein bisschen Abhilfe, doch wer diese Jokerregel deutlich öfter in Anspruch nehmen muss als die Mitspieler wird am Ende recht weit hinten liegen.

Darüber hinaus gibt es dennoch vieles auf das man achten sollte und so gibt es meist auch einen guten Plan B, wenn die Karten mal nicht zum eigentlich geplanten Zug passen wollen. Schließlich gibt es fast immer ein anderes Amt, das einen weiterbringt, sei es in Bezug auf einen Landbonus oder im Hinblick auf die Titelwertung oder sei es nur um den lieben Mitspielern das Leben etwas schwerer zu machen. Auch um Intrigenkarten sollte man sich rechtzeitig kümmern, denn ohne sie wird man schon recht bald kein Amt mehr erhalten können. Man kann und sollte sich also nicht ausschließlich auf sein Kartenglück verlassen.

Ausstattung und Optik sind sehr gelungen und unterstreichen die Spielthematik, doch ob das ausreicht auch hartgesottene Strategen zu fesseln? Familien- und Gelegenheitsspieler jedenfalls dürften voll auf ihre Kosten kommen, denn regeltechnisch stellt Royals keine großen Anforderungen und spielerisch sind alle strategischen Planungen immer auch von zumindest einem Quäntchen Glück abhängig.

Am reizvollsten ist Royals in voller Besetzung, denn dann ist was los auf dem Spielbrett und es kommt früh zu Konfliktsituationen, zu "Streitigkeit" um Ämter. Zu zweit fehlt dieses "Salz in der Suppe" bzw. man kommt sich erst relativ spät in die Quere.

Royals ist definitiv leichte Kost, die sich auf das Kartensammeln und -ausspielen beschränkt, das aber ansprechend umsetzt und dabei auch ein Maximum an Möglichkeiten herausholt. Es gibt etliche Möglichkeiten an Punkte zu kommen und die Intrigenkarten eröffnen nochmals ganz neue Möglichkeiten und weiß kurzfristig zu überzeugen. Dennoch ist mir das persönlich zu leichte Kost - zumindest im Hinblick auf die Spieldauer - um mich auf Dauer zu fesseln.

Vielen Dank an Abacus Spiele für das Rezensionsexemplar!


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