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Auf den Spuren von Marco Polo (HiG)



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 100 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Simone Luciani,
Daniele Tascini


Bild



Sonstiges:

Auf den Spuren von Marco Polo? Das ist doch nix Neues, das kenn ich doch! Ist von Dr. Reiner Knizia und bei Ravensburger erschienen. Soweit so richtig, allerdings gibt es nun seit 2015 ein gleichnamiges Spiel aus dem Hause Hans im Glück, das außer dem Namen allerdings keine Gemeinsamkeiten aufweist und um einiges besser ist, um das gleich vorneweg zu nehmen.

Zwei bis vier Spieler reisen durch Teile Europas, Afrikas und durch weite Teile Asiens um durch den Besuch vieler lukrativer Städte und durch die Erfüllung von Aufträgen möglichst viele Punkte zu sammeln. Ein recht überschaubares Startkapital, zwei Kamele und ein erster Auftrag sind dabei die Grundlage des Erfolges sowie die spezielle Fähigkeit des Charakters, der einem in den ersten Partien noch zugeteilt wird, später aber ausgesucht werden kann und soll, damit bereits hier taktische Überlegungen angestellt werden können.

Diese Spezialfähigkeiten sind nicht zu unterschätzende Möglichkeiten bestimmte Spielregeln zu umgehen. Beispielsweise muss "Raschid ad-Din Sinan" seine Aktionswürfel nicht wie alle anderen würfeln und auf passende Werte hoffen, sondern darf sich die Werte beim Einsatz eines seiner Würfel aussuchen. "Matteo Polo" steht ein zusätzlicher (neutraler) Würfel zur Verfügung, einige Charaktere haben auf die eine oder andere Weise beim Reisen Vorteile usw. Die Charaktere spielen sich daher auch sehr unterschiedlich und das ist doch mal ein deutlicher Pluspunkt hinsichtlich der Langzeitmotivation.

Über fünf Runden, an die sich eine Schlusswertung anschließt, führen die Spieler mittels ihrer Würfel Aktionen aus, in dem sie mit ihnen die entsprechenden Aktionsfelder besetzen. Dabei "kosten" einige Aktionen mehr Würfel als andere und der Würfelwert gibt in der Regel vor, wie häufig man die Aktion nutzen kann, bzw. wie effektiv eine Aktion ist. Manche Aktionen sind aber auch unabhängig vom Würfelwert, wie beispielsweise die Aktion "Geld nehmen", die immer genau fünf Geld einbringt.

Die meisten Aktionen stehen den Spielern bereits zu Spielbeginn zur Verfügung. Da werden Waren (Kamele, Pfeffer, Seide und Gold) am Markt beschafft um Aufträge erfüllen zu können, die Gunst des Khan in Form von einer beliebigen Ware und zwei Kamelen in Anspruch genommen, neue Aufträge erworben und Reisen geplant. Einige, zum Teil recht lukrative oder punkteträchtige, Aktionen sind darüber hinaus in den Städten zu finden, welche die Spieler auf ihren Reisen besuchen können. Voraussetzung um diese nutzen zu können ist allerdings, dass dort die Reise unterbrochen und ein Handelsposten errichtet wurde.
Alle Reiseziele bringen darüber hinaus entweder für den Ersten, der dort einen Handelsposten errichtet, einen einmaligen "Der frühe Vogel fängt den Wurm"-Bonus oder einen jede Runde wiederkehrenden Bonus in Form von Punkten, Geld oder/und einigem mehr.

Der erste Spieler, der eine Aktion nutzt, kann dies immer "kostenlos" tun, jeder weitere muss die eine oder andere Münze "locker machen". Die Höhe dieser "Gebühr" ist davon abhängig, wie hoch das niedrigste Würfelergebnis der für die Aktion eingesetzten Würfel ist. Das Timing ist also bei der Planung des eigenen Spielzugs nicht zu unterschätzen, denn so manche Aktion könnte sonst aufgrund überraschenderweise plötzlich anstehender Mehrausgaben für die Nutzung ausfallen müssen.

Während ein Spieler am Zug immer eine dieser (Haupt-)Aktionen ausführen muss, besteht davor und danach die Möglichkeit für Zusatzaktionen. Diese sind freiwillig aber extrem wichtig, denn beispielsweise wird ohne erfüllte Aufträge (die geforderten Waren müssen beschafft und abgegeben werden) ein Sieg schwer werden. Auch das Würfelglück, von dem sich der eine oder andere möglicherweise hin und wieder verlassen fühlt, lässt sich durch einige Zusatzaktionen beeinflussen. Beispielsweise können Würfelergebnisse um den Wert 1 nach oben oder ggf. auch nach unten korrigiert und im Falle eines Falles auch neu gewürfelt werden. Auch Zusatzwürfel (schwarz) können einmalig für eine laufenden Runde erworben und für Aktionen eingesetzt werden, so dass man sich hier das Leben schon deutlich leichter machen kann, vorausgesetzt man verfügt über die dafür erforderlichen Kamele.

Dargestellt werden diese Aktions- und Reisemöglichkeiten auf einem Spielplan, auf dem auch die Punktestände festgehalten werden, während die Spieler zur Verwaltung ihrer Ressourcen je ein eigenes Spielertableau zur Verfügung haben, auf dem übersichtlich alle noch nicht eingesetzten Würfel, Ressourcen sowie erfüllte und (noch) nicht erfüllte Aufträge abgelegt werden. Hört sich eigentlich alles nicht sonderlich kompliziert an und ist es eigentlich auch nicht. Fünf Runden lang setzen die Spieler reihum einen oder mehrere Würfel für eine Aktion ein, bezahlen ggf. Geld falls die Aktion in der laufenden Runde bereits genutzt wurde, führen die Aktion zuzüglich zu den ggf. gewünschten Zusatzaktionen aus, fertig.
Knifflig ist nicht das Spiel an sich und auch das Ziel ist klar, doch die vielseitigen Wege zum Ziele, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere, das Timing und das Ressourcenmanagement machen Auf den Spuren des Marco Polo letztlich doch zu einer anspruchsvollen Aufgabe für die Mitspieler.

Das Erfüllen von Aufträgen ist immer interessant und wer am Ende die meisten erfüllen konnte, erhält auch noch einen satten Punktebonus aber auch das Reisen kann punktemäßig mehr als lukrativ sein. Wer zeitnah, möglichst als Erster, Bejing erreicht und einen Handelsposten errichtet, erhält satte 10 Siegpunkte. Für alle nachfolgenden sinken die Bonuspunkte für diesen Handelsposten immer weiter ab. Doch auch ohne die Option Bejing sollte man das Reisen nicht völlig vernachlässigen. Zwei Zielkarten geben je zwei Orte vor, deren Erreichen ebenfalls ordentlich Siegpunkte einbringen.

Wer gewinnen will, sollte unbedingt die spezielle Fähigkeit seines Charakters berücksichtigen. Wer durch Reisen einfacher Punkte erzielen kann, der sollte sich nur ergänzend mit der Erfüllung von Aufträgen befassen und umgekehrt, denn wer am effizientesten punktet, hat die besten Chancen auf einen Sieg.

Auf den Spuren des Marco Polo ist wieder ein richtig gelungenes Optimierungsspiel, bei dem es auch auf das Timing ankommt. Strategien müssen immer wieder überdacht werden, vor allem dann, wenn man mal mit einem anderen Charakter als dem gewohnten am Start ist. Für den Einstieg gibt es daher die Möglichkeit mit einer festen Vorgabe der Charaktere ins Spiel zu starten und das ist auch sinnvoll. Ist man dann aber mit den Mechanismen des Spiels vertraut sollte man die Profivariante mit der Auswahl der Charaktere nutzen. Noch anspruchsvoller wird das Ganze dann mit der zufälligen Verteilung der Stadtboni und der Auswahl der beiden Zielkarten aus vier zufällig gezogenen Karten, denn dann gilt es schon vor Spielbeginn den Spielplan zu analysieren, potentielle Reiserouten zu erkennen usw.

Die Spielregeln sind wie gewohnt einwandfrei. Übersichtlich, vollständig, mit Beiblatt, besser kann man ein komplexes Spiel den Mitspielern nicht näher bringen und abgerundet wird das Ganze mit ebenso einwandfreiem Spielmaterial. Alles in allem ist Auf den Spuren des Marco Polo ein Highlight seines Jahrganges.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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