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XCOM: Das Brettspiel



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 14 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Heidelberger Spieleverlag
Heidelberger Spieleverlag


Autor

Eric M. Lang


Bild



Sonstiges:

XCOM ist eigentlich eine vielfach ausgezeichnete Serie von Computerspielen und zählt zu den bekanntesten rundenbasierten Taktikshootern seiner Zeit. Dieser Erfolg bei den Computerspielern soll sich nun auch bei den Brettspielern fortsetzen, denn zumindest thematisch ist XCOM jetzt auch auf dem Spieletisch zu Hause und stellt seine Mitspieler vor taktische Herausforderungen, auch wenn von der rundenbasierten Spielweise, wie man sie vom Computer kennt, nicht mehr viel übrig geblieben ist. Gespielt wird zwar auch am Brett über mehrere Runden, doch innerhalb einer Runde herrscht akuter Echtzeit(-druck).

Ausgangssituation bei XCOM ist die Bedrohung der Erde durch Aliens. Die bis zu vier Mitspieler übernehmen die Aufgaben von vier Mitgliedern eines Kommandoteams der XCOM-Verteidigungsstreitkräfte, die jeweils Experten auf ihrem Spezialgebiet darstellen und ihr Wissen und Können der Abwehr der Alieninvasion zur Verfügung stellen.

Das Budget ist, wie das so üblich ist, knapp und eine der Aufgaben des Commanders des Teams ist daher die Koordination der finanziellen Ressourcen. Jeder Einsatz von Ressourcen in Form von XCOM-Soldaten, Forschern, Satelliten oder Abfangjäger kostet Geld und das Überziehen des laufenden Budgets hat auf Dauer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fatale Auswirkungen.
Neben den Finanzen fallen die Abfangjäger in die Zuständigkeit des Commanders, der diese in den Luftraum der von UFOs bedrohten Kontinente schickt um diese abzuschießen. Eine wichtige Aufgabe, denn UFOs bewirken ein Ansteigen des Paniklevels betroffener Kontinente und sobald der zweite Kontinent "in Panik verfällt" ist die Verteidigungsmission gescheitert und das Spiel verloren.
Und dann wären da auch noch die immer wieder auftretenden Krisen, die durch die App gesteuert immer wieder ins Spiel kommen und ohne Ausnahme negative Auswirkungen haben. Der Commander zieht jedes Mal wenn es zu einer Krise kommt zwei Krisenkarten und wählt eine davon aus, die dann am Ende der Runde ausgewertet wird. Not oder Elend, das sind in der Regel die Wahlmöglichkeiten.

Der Einsatzleiter kümmert sich um den Einsatz der XCOM-Soldaten. Er schickt sie auf Einsätze, deren Erledigung sich nicht nur auf das Budget der nächsten Runde auswirken, sondern auch dafür sorgen, dass man dem Spielziel, nämlich der finalen Mission die es zu meistern gilt, deutlich näher kommt.

Wann welches Teammitglied tätig werden kann und welche Ereignisse, beispielsweise das Auftauchen von UFOs usw., in welcher Reihenfolge eintreten wird durch eine App festgelegt, für deren "Auswertung" der Central Officer verantwortlich ist. Er gibt die Informationen der App an das Team weiter und ist darüber hinaus für die Satellitensteuerung verantwortlich, die für die Verteidigung gegen UFOs im Orbit der Erde notwendig ist.

Von existentieller Wichtigkeit ist auch die Aufgabe des Forschungsleiters, der für die Erforschung neuer Technologien zuständig ist, ohne die es wohl kaum eine Aussicht auf Erfolg gäbe. Die richtige Technologie zur richtigen Zeit kann das Blatt wenden, das Leben der Teammitglieder zumindest etwas leichter machen, und die Autopsien an Aliens verhelfen so manches Mal zu einem wissenschaftlichen Durchbruch.

Jede Spielrunde ist in zwei Teile unterteilt, eine Echtzeitphase, in der die App Informationen über die Aktivitäten der Aliens liefert (Erscheinen von UFOs, Eindringversuche von Aliens in den XCOM-Stützpunkt usw.) und den Mitgliedern des XCOM-Teams Gelegenheit gibt auf diese Ereignisse zu reagieren, und eine Auswertungsphase, in der festgestellt wird, ob und in wie weit die vom Team getroffenen Entscheidung effektiv waren, was sie kosten usw.

Dabei wird auch überprüft ob das Budget eingehalten wurde, was sich anderenfalls negativ auf das Paniklevel eines der Kontinente auswirkt, ob und wie die Forschungsprojekte und die Mission vorankommen usw. In der Regel legen dabei die für eine Aufgabe eingesetzten Ressourcen die Anzahl blauer XCOM-Würfel fest, die auf zwei Seiten ein Erfolgssymbol zeigen. Diese werden zusammen mit einem Alienwürfel mit den Zahlen 1 bis 8 gewürfelt und es wird festgestellt, ob die gewürfelten Erfolgssymbole ausreichen eine Aufgabe zu erfüllen. Ist die geforderte Anzahl Erfolgssymbole nicht erreicht, darf weitergewürfelt werden, wobei die Gefahr einen Misserfolg, der zumindest den vorübergehenden Verlust der eingesetzten Ressourcen (Forscher, Soldaten usw.) bedeutet (Gefahrenlevel), mit jedem weiteren Versuch stetig ansteigt.

Das Gefahrenlevel beginnt immer bei 1 und steigt mit jedem weiteren Würfelversuch um 1 bis auf maximal 5 an. Zeigt der Alienwürfel bei einem Würfelversuch eine Zahl kleiner oder gleich dem Gefahrenlevel, ist das in jedem Fall ein Misserfolg mit den bereits genannten Auswirkungen. In solchen Fällen muss in der nächsten Runde diese Aufgabe wieder aufgenommen und fortgesetzt werden, wobei bereits erzielte Erfolge nicht verloren gehen, das Gefahrenlevel aber wieder bei 1 beginnt.

Bei der UFO-Abwehr bedeutet jeder gewürfelte Erfolg ein abgeschossenes UFO und verbleibende UFOs wirken sich ungünstig auf die Paniklevel der Kontinente aus. Können nicht alle Aliens bei der Verteidigung des XCOM-Stützpunktes eliminiert werden, fügt jedes überlebende Alien dem Stützpunkt einen Schaden zu, der auf einer Leiste festgehalten wird. Erreicht das Schadenniveau des Stützpunktes einen bestimmten Wert, ist die Verteidigungsmission gescheitert und die Spieler verlieren.

So verläuft das Spiel Runde für Runde, bis die finale Mission durch die App verfügbar und erledigt ist, oder das Spiel durch Zerstörung des Stützpunktes bzw. zwei in Panik verfallene Kontinente verloren ist.

XCOM funktioniert in jeder Besetzung einwandfrei, allerdings kann die Mehrfachbelastung, wenn man bei geringerer Besetzung mehr als einen Charakter "steuert", gerade im Hinblick auf die Echtzeitproblematik mehr als stressig werden. Anfänger sollte das Spiel und die Charaktere zunächst in voller Besetzung kennenlernen bevor man sich auf die Herausforderung mehr als einen Charakter zu kontrollieren einlässt. Auf der einen Seite bedeutet Echtzeit natürlich Stress, auf der anderen Seite bringt das Ganze natürlich reichlich Atmosphäre und Spannung ins Spiel, ähnlich wie schon bei Space Alert. Hat man das Spiel allerdings erstmal kennengelernt und fühlt sich mit den einzelnen Charakteren vertraut, nimmt der Stressfaktor auf ein angenehmeres und dennoch spannendes Niveau ab.

Die für das Spiel erforderliche App ist kostenlos und unverzichtbar. Sie bringt einem nicht nur die Regeln an Hand eines Tutorials näher, mit dem die erste Partie bestritten werden kann, sondern steuert auch den Spielablauf, teilweise in Abhängigkeit von eintretenden Ereignissen und Spielsituationen.
Am gewöhnungsbedürftigsten dabei war aus meiner Sicht das Erlernen des Spiels mittels der App, denn bis auf eine Kurzanleitung, die einem den Spielaufbau und das Spielmaterial näher bringt, liegt dem Spiel kein ausführliches Regelwerk bei. Das fühlt sich anfangs möglicherweise etwas seltsam an und macht das Nachschlagen von Regeln schwierig, ist aber kein lang anhaltendes Problem denn zum einen gewöhnt man sich daran und zum anderen sind die Regeln nicht wirklich ein lang anhaltendes Problem. Und der Vorteil, den das Ganze mit sich bringt besteht darin, dass man unmittelbar nach dem Spielaufbau mit dem Tutorial losspielen kann und zunächst ohne Zeitdruck alles beim Spielen kennenlernt.

Die Entscheidungsmöglichkeiten der Charaktere sind nicht sonderlich vielfältig, vielleicht mal abgesehen vom Forschungsleiter, der bei der Auswahl der Technologien, die er erforscht, schon so etwas wie eine strategische Richtung vorgeben kann. Der Reiz des Spiels liegt in erster Linie im Zeitdruck begründet und ob das allein auf Dauer fesselt - mal abgesehen vom Schwierigkeitsgrad - kann ich mir derzeit nicht vorstellen. XCOM ist aus meiner Sicht ein solides kooperatives Spiel mit sehr guter Ausstattung, das am Anfang möglicherweise etwas überfordert, eine Weile angenehmen Spielspaß beschert und langfristig möglicherweise etwas an Reiz verliert. Die Beurteilung, ob einem das genügt dürfte individuell sehr unterschiedlich ausfallen und dann könnte es ja auch in (naher) Zukunft wieder die inzwischen obligatorischen Erweiterungen geben, die dann wieder frischen Wind ins Spiel bringen.

Mir für meinen Teil hat XCOM nach der Einstiegshürde viel Spaß gemacht, der immer noch anhält aber langsam auch eine fallende Tendenz aufweist.

Vielen Dank an Heidelberger Spieleverlag für das Rezensionsexemplar!


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