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Die Legenden von Andor – Chada & Thorn



Anzahl Spieler

Für 2 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Gerhard Hecht


Bild



Sonstiges:

Etliche Helden haben dem Ruf des Königs Folge geleistet und sich in Andor versammelt. Das Königreich ist bedroht und jede Menge Abenteuer rund um diese Bedrohung konnten im Spiel Die Legenden von Andor gespielt werden. Dieses Mal, im Zweipersonen-Spiel Die Legenden von Andor - Chada & Thorn, sind es die Bogenschützin Chada und der Krieger Thorn, die sich gemeinsam vom nördlichen Ende Silberlands auf den Weg nach Andor machen. Die Reise ist gefahrvoll, immer ist ihnen ein unheimlicher Feind dicht auf den Fersen und nur gemeinsam können die vier Abenteuer bestanden und das gemeinsame Ziel Andor erreicht werden.

Wie schon bei Die Legenden von Andor kann man mit nur wenigen Grundregeln losspielen und wird im Rahmen eines ersten Einführungsabenteuers, dem sog. Losspiel-Abenteuer, in das Spiel eingeführt. Dieses ist zwar extrem kurz und nicht wie die anderen Abenteuer in Form von Abenteuerkarten im Spiel vorhanden sondern direkt in der Spielanleitung abgedruckt, die in diesem ersten Abenteuer quasi als Spielplan dient. Nichtsdestotrotz ist das Ganze vortrefflich geeignet sich mit den ersten Schritten im Spiel vertraut zu machen.

Und "erste Schritte" ist quasi wortwörtlich zutreffend, denn im Losspiel-Abenteuer gibt es für die beiden Helden zunächst einmal nur eine Aktionsmöglichkeit, nämlich das "Laufen". Die Spielregeln sind dementsprechend sehr überschaubar und auch der Spielaufbau für dieses erste kleine Abenteuer ist schnell erledigt, genauso wie das Abenteuer selbst, bei dem es darum geht die Helden von ihren Startpunkten auf der Karte ausgehend bis auf ihre Zielfelder zu bewegen.
Alle weiteren Abenteuer bieten den Helden dann das volle Programm, einmal was ihre Aktionsmöglichkeiten angeht, aber auch was die Gefahren und Bedrohungen betrifft.

Zu Beginn jedes Abenteuers wählen die Spieler ihren Helden und erhalten die entsprechenden drei Heldenkarten, die nebeneinander vor den Spielern ausgelegt werden. Auf jeder dieser Karten sind die drei Aktionsmöglichkeiten der Helden zu sehen.
Mit der Aktion "Laufen" kann ein Held weiterbewegt werden, wobei manche Felder mehr Bewegungspunkte benötigen als andere. Daher hat jeder Held pro Heldenkarte auch drei Möglichkeiten mit jeweils einer unterschiedlichen Anzahl an Bewegungspunkten die er nutzen kann. Je mehr Bewegungspunkte eine Option bereitstellt, desto gefährlicher ist das Ganze, sprich desto nachteiligere Auswirkungen hat die Bewegung. Manchmal wird dann der unheimliche Verfolger ein Feld weiterbewegt, manchmal müssen Willenspunkte aufgewendet werden, ein anderes Mal die Heldenkarte auf ihre dunkle und damit weniger effektive Seite gedreht werden usw.

Mit der Aktion "Kampf" und dem angegebenen Stärkewert können während des Abenteuers auftauchende Gegner besiegt werden, sofern man den Stärkewert des Gegners mit seinem eigenen zumindest erreicht. Dabei kann man Waffen mit hohen Stärkewerten natürlich besonders effektiv einsetzen. Erfolgreiche Kämpfe bringen zum einen Willenspunkte, sorgen aber vor allem auch dafür, dass die Aktionsmöglichkeiten der Helden nicht allzu eingeschränkt werden, denn genau das passiert, wenn man Gegner zu lange ungehindert umherstreifen lässt, wie wir noch sehen werden.

Die dritte Aktionsmöglichkeit ist die Sonderaktion, die jede Heldenkarte zur Verfügung stellt. Mit ihnen kann man an Waffen oder Willenspunkte kommen usw., sich also das Abenteurerleben etwas leichter machen. Nun liegen vor jedem Spieler drei Heldenkarten aus, was bedeutet, dass man anfangs nicht nur die Aktion auswählen muss, die man durchführen möchte, sondern auch die Heldenkarte, mit der man diese Aktion durchführen möchte.
Hinter der mittleren Heldenkarte wird eine entweder zufällig gezogene oder ausgesuchte Freundeskarte gelegt und hinter die beiden anderen Heldenkarten sowie auch hinter die Freundeskarte wird je eine verdeckte Fluchkarte gelegt, so dass sich vor jedem Spieler letztlich drei Kartenreihen ausliegen. Eine Kartenreihe rechts und eine links mit je zwei Karten sowie eine Kartenreihe mit drei Karten in der Mitte.

Die Abenteuer liegen dann in Form von mehr oder weniger vielen Abenteuerkarten vor. Die jeweils ersten beiden Karten machen mit den in diesem Abenteuer benötigten Symbolen und Regeln vertraut, während die anderen Karten die Etappen der Reise darstellen. Start- und Zieletappe liegen dabei offen aus und aus den vorhandenen Zwischenetappen werden zwei zufällig gezogen und verdeckt zwischen Start- und Zieletappe gelegt. Auf diese Weise nimmt ein Abenteuer auch bei mehrfachem Spielen in der Regel immer wieder einen anderen Verlauf, denn jedes Mal können andere Zwischenetappen ausliegen.
Oberhalb der Start- und Zieletappen werden die angegebene Anzahl an Nebelkarten bereitgelegt, die im Laufe des Spiels aktiv werden können und in der Regel den Helden das Leben schwer machen.

Die Helden- sowie die Fluchfigur, die den Helden immer auf den Fersen bleiben wird, beginnen immer auf ihren Startfeldern auf der Startetappe und jeder Held startet mit zwei Willenspunkten. Chada hat den ersten Zug und jedes Mal wenn ein Held an der Reihe ist, wählt er die unterste Karte einer seiner Kartenreihen, führt eine der möglichen Aktion aus und steckt sie dann ans hintere Ende dieser Reihe. Wer das Spiel Kashgar kennt, dem ist dieser Kartenmechanismus bereits vertraut. Die gerade genutzte Karte kann erst dann wieder zum Einsatz kommen, wenn die nun vor ihr in der Reihe liegenden Karten nach hinten gelegt, d.h. in der Regel genutzt wurden.

Gegner, die durch Nebelkarten ins Spiel und in die Kartenreihen der Helden gelangen können, haben natürlich keine Aktionen die man aktivieren könnte. Sie sollten nach Möglichkeit besiegt werden, damit sie aus der Kartenreihe entfernt und die hinteren Karten wieder nutzbar werden. Jetzt wird auch klar, warum unbesiegte Gegner die Aktionsmöglichkeiten der Helden einschränken, sie blockieren nämlich alle Karten hinter sich, bis zu ihrem Verschwinden.

Befinden sie die Helden auf benachbarten Feldern, können sie einen Gegner auch gemeinsam bekämpfen und ihre Stärkewerte auf je einer ihrer untersten Karten addieren, wobei dann natürlich beide Spieler anschließend ihre eingesetzten Karten ans Ende ihrer Reihen legen müssen.
Damit aber Kartenreihen durch übermächtige Gegner nicht dauerhaft blockiert bleiben, hat man auch die Möglichkeit einen Gegner ohne Kampf zu entfernen in dem man seine Sonderfähigkeit aktiviert und ausführt. Natürlich ist diese nicht gerade vorteilhaft, aber oftmals immer noch besser als auf wertvolle Karten hinter einem Gegner längerfristig zu verzichten.

Auf diese Weise kommen die Helden abwechselnd an die Reihe und versuchen ihre Zielfelder in der Zieletappe/Zielabenteuerkarte zu erreichen. Dabei werden immer wieder auch negative Ereignisse in Kauf genommen, beispielsweise durch das Beschreiten bestimmter Wegabschnitte, die zwar die Reise verkürzen aber auch Symbole aufweisen, die nichts Gutes verheisen. Auch Flüche, die bei ihrer ersten Aktivierung umgedreht, also aktiv ans Ende der Kartenreihe gelegt werden, und die beim nächsten Mal ihre negativen Auswirkungen entfalten, können für die Helden recht unangenehm werden.
Aber das alles ist kein Problem, solange die Fluchfigur die Helden nicht ein- oder überholt, einer der Helden sein Ziel nicht später als vier Runden nach dem anderen erreicht, keine Nebelkarte mehr gezogen werden kann oder der Spieler am Zug alle drei Kartenreihen blockiert hat, ohne eine der vorne liegenden Karten besiegen oder beseitigen zu können. All diese Fälle führen nämlich dazu, dass die Helden das Abenteuer nicht bestanden und gemeinschaftlich verloren haben.

Erreichen die Helden hingegen mehr oder weniger unbeschadet ihre Zielfelder gilt das Abenteuer als bestanden und man kann sich gleich ins nächste stürzen, zumindest so lange, bis auch das Abenteuer "Die Mauerberge", das zur Zeit letzte Abenteuer dieses Spiels, bestanden ist.

Die Legenden von Andor - Chada & Thorn lässt "Andor-Stimmung" aufkommen, obwohl sich die vier Abenteuer eigentlich recht abstrakt anfühlen. Die von Feld zu Feld unterschiedlichen Bewegungspunkte beispielsweise, die erforderlich sind um sich vorwärts zu bewegen, sind sicherlich der Beschaffenheit des Geländes geschuldet. Die Darstellung als Raute mit einer Ziffer kommt allerdings irgendwie recht nüchtern rüber.

Der Kartenmechanismus mit den Kartenreihen und einem Hauch von Deckbuilding erinnert sehr an das Spiel Kashgar, was aber kein Vorwurf sein soll, denn dieser Mechanismus hat mir schon damals ganz gut gefallen. Gut gelungen ist neben dem durch das Losspiel-Abenteuer ermöglichten problemlosen Einstieg ins Spiel auch die Anpassung des Schwierigkeitsgrades an die eigenen Bedürfnisse. Wer es gern schwerer hätte, der lässt "Freundeskarten" weg, wer es leichter möchte fügt weitere hinzu und schon fühlt sich keiner unter- oder überfordert.

Die vier Abenteuer - das Losspielabenteuer ist zwar hilfreich, kann aber nicht wirklich als ein vollständiges Abenteuer gezählt werden - sind sehr schnell durchgespielt. Die Tatsache, dass während eines Abenteuers nicht alle dazugehörigen Karten zum Einsatz kommen, also die Abenteuer ein ganzes Weilchen ganz unterschiedlich verlaufen können, hilft nur bedingt den Spielreiz über einen längeren Zeitraum hoch zu halten. Es scheint mir sogar fraglich, ob zusätzliche weitere Abenteuer langfristig ausreichend motivieren, denn im Grunde ähneln sich die Abenteuer doch sehr. Die Geschichten zu den Abenteuern variieren natürlich, aber letztlich müssen die Helden von A nach B und dabei mit der immer gleichen Ausrüstung die immer gleichen Gefahren bestehen. Neben neuen Abenteuern sind also zumindest mittelfristig auch neue Karten, die neue Möglichkeiten eröffnen, zwingend erforderlich um länger anhaltenden Spielspaß zu garantieren.

Davon abgesehen macht Die Legenden von Andor - Chada & Thorn Spaß und macht wieder Appetit Abenteuer in und um Andor zu bestehen, am liebsten aber am großen Spielbrett statt an den kleinen Abenteuerkarten.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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