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Pandemie: Die Heilung



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Asmodee
Asmodee


Autor

Matt Leacock


Bild



Sonstiges:

Das Spiel Pandemie ist ja inzwischen schon eine Art Klassiker des kooperativen Spiels, hat schon die eine oder andere Neuauflage und auch Erweiterung erfahren und gehört eigentlich in jeden Spieleschrank. Nun ist es seit einiger Zeit ja auch immer mehr in Mode gekommen, gut in der Spielerszene ankommende Spiele nicht zur mit Erweiterungen auszustatten, sondern auch Varianten, insbesondere Würfelvarianten zu entwickeln. Im Wandel der Zeiten, Nations, Die Siedler von Catan, Keltis um nur ein paar wenige zu nennen, haben eine Würfelvariation erfahren und nun darf sich auch Pandemie mit seiner Würfelvariante, nämlich Pandemie: Die Heilung, in diese Liste einreihen. Im Prinzip scheint das ja auch gar keine schlechte Idee zu sein, denn während es im Brettspiel Pandemie nicht immer gelang, mal eben kurz die Welt zu retten, ist das bei Pandemie: Die Heilung mit einer Spieldauer von nur um die 30 Minuten durchaus öfter im Bereich des Möglichen.

Einen Spielplan benötigt das "Würfel-Pandemie" nicht, stattdessen liegen die durch Viren bedrohten Gebiete im Kreis rund um ein Behandlungszentrum mit Anzeigen für Ausbrüche und Infektionen aus. Das Spielmaterial der einzelnen Spieler besteht aus einer zufällig gezogenen Charakterkarte, der farblich passenden Spielfigur die in Nordamerika beginnt und, wen wundert das bei einem Würfelspiel, einem Satz zum Charakter gehörender Würfel.
Diese Charaktere haben ganz unterschiedliche Fähigkeiten. Der eine kann viel besser Patienten behandeln als die anderen, ein anderer hat größere Erfolgsaussichten bei der Entwicklung von Heilmitteln und wieder ein anderer hat mehr Aktionswürfel zu Verfügung, ist also grundsätzlich etwas effektiver usw.

Natürlich darf die Ausgangssituation des Seuchen-Bekämpfungsteams nicht ganz so rosig sein und daher werden schon zu Spielbeginn einige Gebiete mit Infektionswürfeln in insgesamt vier Farben, von denen jede für eine Krankheit steht für die es ein Heilmittel zu finden gilt, belegt. 12 Infektionswürfel werden zufällig aus einem Beutel gezogen, gewürfelt und anschließend jeweils in die Region platziert, die der gewürfelte Zahl entspricht.

Auf gleiche Weise werden am Ende eines jeden Spielerzuges immer wieder weitere Infektionswürfel, abhängig von der aktuellen Infektionsquote, gezogen, gewürfelt und verteilt. Dabei gilt, dass der Würfelbeutel niemals vollständig geleert sein sollte, denn dann haben die Spieler versagt und das Spiel verloren. Es wurden einfach zu viele der Weltbevölkerung infiziert.
Außerdem sollten nach Möglichkeit nie mehr als drei Würfel einer Farbe in einer Region liegen. Sollte dieser Fall nämlich eintreten, kommt es an diesem Ort zu einem Ausbruch der Krankheit, d.h. die Ausbruchsanzeige rückt um eine Position weiter und würde das Spiel nach dem achten Ausbruch mit einer Niederlage der Spieler beenden. Dazu kommt, dass alle außer drei Würfel dieser Farbe in die im Uhrzeigersinn nächste Region "wandern", was im schlimmsten Fall dort zu einem weiteren Ausbruch führen könnte, usw.

Kommt ein Spieler nun an die Reihe, wirft er alle seine Aktionswürfel. Anschließend können die einzelnen Aktionswürfel entweder genutzt, also die entsprechende Aktion ausgeführt, oder neu gewürfelt werden. Biohazard-Symbole bilden dabei eine Ausnahme, diese dürfen nur in Ausnahmefällen neu gewürfelt werden, entfalten also in der Regel sofort ihre Wirkung. Eine sehr negative Wirkung, denn für jedes Biohazard-Symbol muss die Infektionsquoten-Spritze ein Feld auf der Anzeige weiterbewegt werden.
Wird dabei ein Feld mit einem Epidemie-Symbol erreicht oder überschritten wird eine Epidemie ausgelöst, d.h. es kommen neue, eine mitunter recht beachtliche Anzahl, Infektionswürfel ins Spiel. Alle durch die Spieler im Behandlungszentrum gesammelten Proben (Infektionswürfel) werden zusammen mit so vielen Würfeln aus dem Beutel, wie auf der Infektionsquotenanzeige angegebenen sind, gewürfelt und auf die Regionen verteilt. Das kann eine ganze Menge sein und man sollte daher diese Anzeige im Auge behalten und ggf. die Zahl an Proben (Infektionswürfel) im Behandlungszentrum nicht zu hoch ansteigen lassen.

Vier Standardaktionen sind auf den Würfeln aller Spieler zu finden. Mit ihnen kann man sich (seine Spielfigur) entweder in eine beliebige andere Region bewegen (Flugzeug) oder in eine Nachbarregion (Schiff). Mit einer "Spritze" (Behandlung) lassen sich Infektionswürfel vom aktuellen Standort in das Behandlungszentrum oder Würfel vom Behandlungszentrum zurück in den Beutel legen.

Mit dem Probengläschen können die Spieler dann Proben nehmen (Infektionswürfel zusammen mit dem Würfel mit dem Probengläschen auf der Charakterkarte ablegen) um damit an einem Heilmittel für diese Infektion zu arbeiten.
Hat man nämlich alle seine Aktionen genutzt, darf man jeweils mit den gesammelten Proben einer Farbe versuchen das Heilmittel dafür zu erstellen. Es werden also beispielsweise alle roten Proben gewürfelt und erreicht man damit ein Gesamtergebnis von 13 oder mehr, ist das Heilmittel gefunden. Sind alle vier Heilmittel entdeckt, ist das Spiel gemeinschaftlich gewonnen, doch die Heilmittel sind nicht nur für das Spielziel relevant, sondern bereits während des Spiels hilfreich.
Während man mit einer "Spritze" auf einem Aktionswürfel normalerweise nur einen Infektionswürfel ins Behandlungszentrum oder von dort zurück in den Beutel legen darf, können Infektionswürfel einer Farbe, für die bereits ein Heilmittel existiert, alle mit nur einem Spritzensymbol bewegt werden.

Einige Charaktere haben dann auf ihren Würfeln noch spezielle Aktionen, die nur ihr Charakter besitzt. Beispielsweise Symbole die eine Wahl zwischen Bewegung und Behandlung gewähren oder gleich mehrere Behandlungsspritzen zeigen usw.

Befinden sich Wissenschaftler in derselben Region, dürfen vom aktiven Spieler auch Proben an die Kollegen im selben Gebiet weitergegeben werden, um deren Erfolgschancen bei der Entwicklung von Heilmitteln zu erhöhen.

Die Seuchenwürfel können aber auch positive Nebenwirkungen entfalten. Wird mit ihnen ein Kreuz gewürfelt, so wird dieser Seuchenwürfel nicht in eine Region, sondern in das CDC (Center for Disease Control and Prevention) gelegt. Von da aus kann man sie einsetzen um Ereignisse auszulösen. Drei Ereignisse liegen immer in Form von Karten unterhalb des CDC aus und diese haben durch die Bank positive Effekte. Beispielsweise können Seuchenwürfel ohne Aktion aus Regionen oder dem Behandlungszentrum entfernt oder Proben zwischen Spielern ausgetauscht werden, die sich nicht auf demselben Feld befinden usw., allerdings müssen für das Auslösen solch eines Ereignisses die geforderte Anzahl an Kreuzwürfeln aus dem CDC zurück in den Beutel gelegt werden.
Einige dieser Ereigniss sind zur rechten Zeit so richtig stark und können eine aussichtlose Situation noch in einen Sieg verwandeln.

Das Spiel endet mit dem vierten entwickelten Heilmittel erfolgreich, in allen anderen Fällen (Infektionsspritze erreicht das letzte Feld mit dem Totenkopf, 8 Ausbrüche, zu viele Menschen infiziert und keine Würfel mehr im Beutel) mit einer Niederlage.

Pandemie: Die Heilung geht leicht von der Hand, insbesondere wenn man den großen Bruder Pandemie kennt, spielt sich flüssig und locker ohne aber den nötigen Anspruch vermissen zu lassen, zumal sich der Schwierigkeitsgrad an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Natürlich gibt es Partien, die verlaufen viel zu leicht für die Spieler, während ein anderes Mal ein Sieg noch nicht mal ansatzweise erreichbar schien. Das sind Situation die würfelbedingt immer mal wieder vorkommen, aber im Schnitt verlaufen die Partien meist spannend und kurzweilig.

Im Gegensatz zum "großen Bruder" ist "Die Heilung" sehr abstrakt und trotzdem ist bei mir immer auch genügend Pandemie-Stimmung im Spiel gewesen. Ich kann gar nicht so richtig erklären warum und möglicherweise geht das auch nicht jedem so, bei mir war das aber absolut der Fall. Pandemiethematik und Würfelmechanismen wurden aus meiner Sicht gelungen kombiniert.

Pandemie: Die Heilung ist kooperatives Krisenmanagement wie man es vom Spiel Pandemie kennt, ist abstrakter, spielt sich etwas schneller kommt dafür aber auch nicht ganz an das Brettspiel heran. Das Spielmaterial ist nicht zu beanstanden, genauso wie die Spielregel, die einen schnellen Einstieg ermöglicht und keine Fragen offen lässt.

Wer Pandemie mochte, der wird sehr wahrscheinlich auch Pandemie: Die Heilung mögen und immer mal wieder - zumindest wenn die Zeit für das Brettspiel zu knapp sein sollte - auf den Tisch bringen.

Vielen Dank an Asmodee für das Rezensionsexemplar!


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