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Pandemie: Die Seuche



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 14 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Asmodee
Asmodee


Autor

Carey Grayson


Bild



Sonstiges:

Im Forscher-Team haben wir die Welt schon unzählige Male gemeinsam gerettet. Entweder im Brettspiel Pandemie oder auch im Würfelspiel Pandemie: Die Heilung. Gut, hin und wieder haben wir auch versagt, aber nichts ist ja bekanntlich so sehr für die "gute alte Zeit" verantwortlich, wie das schlechte Gedächtnis, und so sind mir in erster Linie die Erfolge in Erinnerung geblieben. Was aber könnte mal wieder so richtig frischen Wind bringen in die Pandemie-Thematik bringen? Eigentlich ganz einfach, man wirft alles Bekannte und Vertraute über den Haufen und schon fühlt sich Alles neu an. So interessant und reizvoll das klingen mag, so gefährlich ist es auch, denn im Falle von Pandemie ist das Bekannte und Vertraute ja eigentlich auch das Bewährte und Gute.

Von daher wird der eine oder andere möglicherweise mit etwas gemischten Gefühlen an Pandemie: Die Seuche herangehen, ein "Pandemie-Spiel" bei dem Kooperation nicht gefragt ist und das Ziel, die Menschheit von der Geisel einiger Viren zu befreien, durch das gegensätzliche Ziel, möglichst viele Menschen zu infizieren, ersetzt wird. Ja, diesmal erleben wir die Pandemie eben aus der Sicht eines Virus, und diese ist nun mal naturgemäß eine ganz andere.

Stimmiger Weise werden die Würfel in den Spielerfarben, die Virenwürfel, in einer Petrischale aufbewahrt und neben eben diesen Virenwürfeln erhält jeder Spieler noch ein Virentableau in seiner Farbe sowie einen Zählstein, mit dem der jeweilige Punktestand eines Spielers auf der Wertungstafel festgehalten wird.
Drei Virenwürfel verwendet jeder Spieler, um den Mutationsgrad seines Virus auf dem Virentableau anzuzeigen und zwar in drei Kategorien. Zum einen wäre da die Inkubationsrate, die festlegt, wie viele Karten ein Virus/Spieler für die Aktion "Karten ziehen" erhält, zum anderen gibt es die Infektionsquote, die definiert, mit wie vielen Virenwürfeln ein Spieler eine Stadt mit der dazugehörigen Aktion infizieren kann, und schließlich wäre da noch die Resistenz, welche die Widerstandfähigkeit eines Virus gegen Maßnahmen beispielsweise der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darstellt.

Jedes dieser drei Merkmale ist für alle zunächst auf den Wert 1 festgelegt, kann, sollte und wird sich aber im Spielverlauf verändern, so dass im späteren Spiel mehr Karten gezogen, mehr Viruswürfel eingesetzt und mehr Gesundheitsmaßnahmen durchgestanden werden können, damit der eigene Virus am Ende der "erfolgreichste", der tödlichste Virus ist. Zu Spielbeginn liegt eine von der Mitspielerzahl abhängige Anzahl an Stadtkarten aus, deren Farbe sich nach ihrer Kontinentzugehörigkeit richtet und die mit Werten versehen sind um ihre Größe, ihre Bevölkerungszahl anzudeuten. Je größer diese Zahlen sind, desto größer und damit punkteträchtiger ist so eine Stadt, umso länger dauert es aber auf der anderen Seite, bis diese Stadt derart mit Viren verseucht ist, dass sie quasi ausgelöscht ist, allen beteiligten Viren/Spielern Punkte bringt und aus dem Spiel entfernt wird.

Kommt ein Spieler an die Reihe, hat er zwei Mal die Möglichkeit aus drei Aktionsmöglichkeiten zu wählen. Die Aktion "Karten ziehen" erlaubt es die eigene Kartenhand, die zu Beginn aus vier Karten besteht, im Umfang der Inkubationsrate des eigenen Virus, die auf dem Virustableau zu sehen ist, aufzustocken. Diese Karten die Aktionsmöglichkeit der Spieler dar, deren Farben mit denen der Städte korrespondieren und mit denen man unter anderem die Städte in der jeweiligen Farbe infizieren kann.

Womit wir schon bei der nächsten Aktionsmöglichkeit wären, dem "Infizieren" einer (ausliegenden) Stadt. Ist eine Stadt bereits zuvor vom Virus eines Spieler infiziert worden, es liegen also bereits Virenwürfel dieses Spielers auf der Stadtkarte, muss lediglich eine Viruskarte aus der Spielerhand mit der zur Stadt passenden Farbe ausgespielt und abgelegt werden, um weitere Virenwürfel (entsprechend der Infektionsquote) dort einzusetzen.
Wird die gewünschte Stadt zum ersten Mal vom Virus eines Spielers befallen, müssen zwei farblich passende Virenkarten aufgewendet werden, wobei zwei beliebige Virenkarten also Joker fungieren, also an Stelle jeder beliebigen Farbe eingesetzt werden können.

Die Infektionswürfel der Spieler werden Auf den Städtekarten in Reihen abgelegt. Wer eine Stadt als erster infiziert liegt in der obersten Reihe und diese Reihenfolge ist bei Gleichständen wichtig, wenn zwei Spieler eine Stadt mit der gleichen Anzahl an Virenwürfeln heimgesucht haben und Punkte für diese Stadt vergeben werden.

Die dritte Aktion besteht im Mutieren des eigenen Virus, in dem man eine bestimmte Anzahl an Viruskarten von der Hand abwirft, um die Inkubationsrate, die Infektionsquote oder die Resistenz des Virus zu erhöhen. Die Anzahl der Karten, die man dafür ablegen muss, ist abhängig vom Grad der Mutation. Beispielsweise steigen die "Kartenkosten" für eine Erhöhung der Inkubationsrate für jede Stufe um 1, d.h. während man für die Stufe 1 der Inkubationsrate "nur" eine Karte abgeben muss, benötigt man für die vierte und letzte Stufe schon vier Karten. Ähnlich verhält es sich auch bei den anderen Mutationsmöglichkeiten.

Die Mutation des Virus zeigt zwar nicht unmittelbar im selben Spielzug Wirkung, ist aber trotzdem eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit am Ende das tödlichste Virus zu sein. Jede Mutationsstufe in jeder der drei Kategorien bringt nicht nur während des Spiels Vorteile (mehr Karten, mehr Würfel beim Infizieren usw.) sondern am Ende auch unmittelbar Siegpunkte, denn da gibt es weitere Punkte für jede erreichte Mutationsstufe in jeder der drei Kategorien, im Idealfall also insgesamt 11 zusätzliche Punkte.

Zu Beginn jeder Spielrunde wird eine Ereigniskarte aufgedeckt und ausgeführt. Oft sind das positive Ereignisse, zumindest aus Sicht der Viren. Unter diesen Ereignissen befinden sich aber auch WHO-Karten, Karten die Maßnahmen der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, darstellen und den Viren der Spieler ganz schön zusetzen können. Da müssen Virenwürfel aus Städten wieder entfernt, Virenkarten abgeworfen werden oder Mutationsstufen gehen verloren und spätestens in diesen Fällen ist es gut, wenn der eigene Virus über eine gewisse Resistenz verfügt. Diese geht, wenn man WHO-Ereignisse abwendet, zwar verloren, aber immer noch besser die Virenresistenz wieder aufbauen zu müssen, als durch den Verlust von Virenwürfeln in Städten wichtige Punkte zu verlieren.

Erreicht die Zahl der Virenwürfel (aller Spieler) auf einer Stadt die Bevölkerungszahl dieser Stadt, so ist diese aufgrund der hohen Opferzahlen ausgelöscht. Die Stadtkarte wird entfernt und die aufgedruckten Punkte an diejenigen Spieler verteilt, die diese Stadt am übelsten heimgesucht haben.

Gewertet werden Städte aber nicht ausschließlich nach ihrer Vernichtung. Auf einigen Ereigniskarten befinden sich Totenkopf-Symbole und nachdem 2., 4. und 6. aufgedeckten Totenkopf-Symbol gibt es Punkte für infizierte Städte. Allerdings gibt es im Gegensatz zu den Punkten die es für das Auslöschen einer Stadt gibt hier deutlich weniger Punkte und auch ausschließlich für denjenigen, der die meisten Virussteine in der zu wertenden Stadt platziert hat.

Das Spiel endet nach der Runde, in der die letzte WHO-Karte aufgedeckt wurde oder sich erstmalig nur noch zwei Städte(-Karten) in der Auslage befinden. Es wird eine letzte Städtewertung, wie nach dem 2., 4. oder 6. Totenkopf-Symbol durchgeführt und es gibt die Punkte für die erreichten Mutationsstufen, dann steht der gefährlichste Virus der Menschheitsgeschichte und damit der Gewinner des Spiels fest.

Ja, Pandemie: Die Seuche ist so ganz anders als die bisherigen "Pandemie-Familienmitglieder". Und trotzdem, es steht Pandemie drauf und es ist irgendwie auch Pandemie drin, auch wenn die Gemeinsamkeiten lediglich thematischer Natur sind. Der Blickwinkel hat sich verändert, die Spieler haben quasi die Seiten gewechselt und - Viren sind nun mal nicht kooperativ - versuchen alleine das Spiel zu gewinnen. Trotzdem kommt Pandemie-Feeling auf, das aber im Gegensatz zum Spiel Pandemie nicht ganz so lange anhaltend ist.

Der Spielreiz lässt deutlich schneller nach als bei Pandemie. Man erkennt relativ schnell, dass die Mutationen nur so richtig Sinn machen, wenn man sie sehr frühzeitig im Spiel entwickelt, auch wenn man dann von den Spielern, die nicht so vor gehen, zunächst scheinbar punktemäßig etwas abgehängt wird. Dieser Rückstand ist in der Folge mit einem mutierten Virus relativ schnell nicht nur aufgeholt, sondern man zieht was die Punkte angeht auch an den sparsam mutierten Viren recht schnell vorbei. Diese Erkenntnis sorgt dann in der Folge natürlich für sich sehr ähnelnde Spielabläufe, die dann früher oder später ihren Reiz verlieren.

Ein gewisser Glücksfaktor ist durch das Ziehen der Viruskarten, deren Farbe ja darüber entscheidet, welche Städte man infizieren darf, natürlich schon im Spiel, meist aber nicht von entscheidender Bedeutung, vor allem durch die Möglichkeit zwei beliebige Virenkarten für jede beliebige Farbe einzusetzen. Das kostet dann zwar mehr Karten, verdammt einen aber auch in Extremfällen nicht zur nahezu völligen Untätigkeit.

Die Spielregeln und die Spieldauer sind angenehm und überschaubar, was Pandemie: Die Seuche auch und vor allem für Familien- und Gelegenheitsspieler tauglich macht. Das Spielmaterial ist stimmig und ansprechend so dass Pandemie: Die Seuche unterm Strich ein nettes Spiel zum Thema ist, das einen neuen Blickwinkel ins "Pandemie-Erleben" bringt, der aus meiner Sicht anfangs zwar sehr, aber letztlich nicht dauerhaft reizvoll ist.

Das macht Pandemie: Die Seuche jetzt nicht zu einem schlechten Spiel, im Gegenteil, aber wer sich für einen Vergleich mit einem Bestseller aufdrängt, der muss sich eben auch an diesem Bestseller messen lassen und da hat der Klassiker Pandemie die Nase deutlich vorn.

Vielen Dank an Asmodee für das Rezensionsexemplar!


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